Text von Adriana Riemke

Der größte Regenwald der Welt trägt den Namen der legendären Frauen aus den griechischen Sagen, die mutigen Amazonen, kriegerische Frauen, die am Flussufer des Schwarzen Meeres lebten. Der spanische Forscher Francisco de Orellana kämpfe auf einer Expedition 1541 gegen eine Gruppe von Indios, die nur aus Frauen bestand. Aufgrund dieses Vorfalls verglich er sie mit den Amazonen und taufte so nachhaltig die gesamte Region.

Die heutigen Amazonen kämpfen für den Erhalt des Regenwalds in dem sie den sozialen Frieden herbeiführen. Die Arbeit von kleinen Gruppen von Frauen im Amazonien ist heute ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Urwalds. Wie ist es dazu gekommen? Mit Hilfe des einsetzenden Bewusstseinswandels traten Initiativen in den Vordergrund, die zum Ziel hatten, den kleinen nachhaltigen Produzenten zu erhalten und zu stärken. Das passiert z.B. in der stark von Zerstörung bedrohten Region im Bundestaat Mato Grosso, im Südwesten des Urwalds.

Da oft die Männer für die traditionelle Agro-Industrie unter schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten müssen, schlossen sich die Frauen mit Hilfe staatlicher Unterstützung zu Vereinigungen oder auch Kooperativen zusammen. Sie bauen einheimische Produkte an und verarbeiten diese z.B. zu Mehl, Öle, Gebäcke u.a.

Dadurch gelang eine Stärkung der lokalen Märkte, die den Frauen ermöglicht, ihre Familien finanziell zu unterstützen oder auch gänzlich unabhängig in die Gesellschaft zu treten. Die Frauen wurden zusammen geführt, um sich über die sozialen Missstände im Amazonien auszutauschen. Das hat ihr Leben komplett verbessert: aus einer Situation der Nicht-Wertschätzung und sogar der Angst (wegen Gewalt) traten sie kraftvoll gestaltend in die Öffentlichkeit. So trägt die Erfüllung der menschlichen Voraussetzungen nicht nur zu dem Erhalt des Regenwalds bei, sondern erhöht die Aktivität dieser Vereinigungen von Frauen noch die Vielfalt der Arten in der Region.

Der Wald Amazonien und die Frauen – die modernen Amazonen – erleben den gleichen Wandel: wieder geschätzt zu werden und frei von Ängsten leben zu dürfen.