„Der Mensch ist die dümmste Spezies! Er verehrt einen unsichtbaren Gott und tötet eine sichtbare Natur, ohne zu wissen, dass diese Natur, die er vernichtet, dieser unsichtbare Gott ist, den er verehrt.“
(Hubert Reeves, Astrophysiker)

Heute möchten wir Euch zwei Partner von TodaVida vorstellen, die eine entscheidende Rolle bei so gut wie allen Initiativen zur Wiederaufforstung und Nachhaltigkeit in der Region Juruena, Mato Grosso (Brasilien) spielen, und die für das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur kämpfen.

Zwei junge Brasilianer, die wir „waschechte Waldhelden“ nennen!

Der erste heißt Fioravante José Montanher, ist 27 Jahre alt und koordiniert die landwirtschaftlichen Aktivitäten der Bezirksregierung von Juruena.

„Fiori“, wie er von seinen Freunden genannt wird, wurde weit im Süden Brasiliens geboren, in der Stadt Nova Londrina im Bundesland Paraná.

Mit seiner ganzen Familie kam er 2004 nach Juruena.

Mein Großvater und mein Vater waren Landmenschen und so konnte aus mir wohl kaum etwas anderes werden”, erzählt Fiori lachend im Zusammenhang mit seinem ersten Kontakt mit der Baumschule des Bezirks im Jahr 2005, auf Initiative seiner Familie hin.

Im Juni 2006 wurde dann eine neue Baumschule eröffnet, mit Kapazität zur Aufzucht von einer Million Setzlingen pro Jahr. Im folgenden Jahr, Fiori wurde gerade volljährig, übernahm er die administrative Führung der Schule. “Das war ein ganz besonderes Jahr, denn mir war klar, dass ich jetzt die Chance hatte, etwas zu bewegen!”, erzählt er enthusiastisch. Die Erinnerung dieser Zeit sind lebhaft: “Alles geschah ganz natürlich, aber auch extrem schnell”.

2010 wurde zwischen einer großen Stiftung und der Bezirksregierung von Juruena eine Partnerschaft zur Umsetzung eines Wiederaufforstungsprojekt abgeschlossen und Fiori wurde als Verwalter des Projekts angeworben. Die Erfahrungen aus dieser Arbeit schildert Fiori als äußerst bereichernd, ”weil ich direkt die Veränderung wahrnehmen konnte, die in dem Teil der Bevölkerung vor sich ging, die von den Aktivitäten dieses Projekts profitierten“.

Die größte Herausforderung bei der Realisierung solcher Nachhaltigkeitsprojekte stellt, so Fiori, das politische Umfeld in Brasilien dar, da Höhe, Verteilung und Anwendung jeglicher Mittel immer von der Mentalität der dort verantwortlichen Menschen abhängt.

Über die sozial ökologischen Projekte von TodaVida meint Fiori: “Die Wildsammlung und Verarbeitung von Paranüssen ist heute für die Menschen in unserer Region eine fantastische Einnahmequelle. Ich glaube, dass diese Setzlinge hier, in einem Jahr, wie Diamanten sein werden für die Menschen, die sie erhalten.

Fiori erzählt uns, dass es seine größte Motivation ist zu sehen, wie die Natur, die gestern gepflanzt wurde, heute die Lebensgrundlage der Menschen geworden ist und schließt:

Ich bin stolz darauf, in diesem Umfeld aufgewachsen zu sein, Gutes getan und etwas geschaffen zu haben, dass Hunderte von Jahren weiter leben wird. Und vor allem, dass das, was hier produzieren keinem etwas Schlechtes zufügt. Es lebe unser Wald!

Foto: Links, Fioravante José Montanher rechts Oseías Gonçalves de Oliveira.

Die tägliche Arbeit in der Baumschule von Juruena, verrichtet Fiori zusammen mit unserem zweiten Waldhelden, Oseías Gonçalves de Oliveira.

Im Rahmen einem der regelmäßigen Kennenlernen-Programme der Baumschule Juruenas für die lokale Bevölkerung kam Oseías in Kontakt mit dem Konzept der Wiederaufforstung. Dieses speziell für Jugendliche entwickelte Programm war der Anlass für Oseías, damals erst 15 Jahre alt, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Heute, mit 22 Jahren, spricht Oseías von der Freude daran, aus seinem Interesse seinen Beruf zu machen: “Es war Vorsehung, dass ich mit der Produktion von Baumsetzlingen begonnen habe. Ich identifiziere mich komplett mit dieser Arbeit und bin mit dem Leben im reinen.”

Oseías berichtet uns von seiner Erfahrung mit der Zucht von Paranussbaumsetzlingen: “Ich habe das Erzeugen von Baumsetzlingen via Pfropfen gelernt. Eines Tages habe ich diese Technik mit Paranussbäumen versucht und es hat geklappt. Wir haben diese Setzlinge damals auf dem Grundstück meines Großvaters ausgepflanzt. Ein normaler Paranusssetzling benötigt über neun Jahre, um erstmals Nüsse zu geben. Mit dem Pfropfen geht das schon in fünf Jahren.

Fiori spricht das Schlusswort: “Heute kämpfen wir dafür, dass ein stehender Wald Quelle für Wohlstand sein kann. Und unsere Paranuss ist ein Zeuge hierfür.”

Es ist toll für uns von TodaVida, mit Waldhelden wir Fiori und Oseías zusammenarbeiten zu dürfen, weil sie unsere Vision teilen, produktive Zyklen und Konsum zu schaffen, der dem Wald zuträglich ist, anstatt ihn zu zerstören!