Text von Adriana Meola Riemke

Namen wie Mundukuru, Kaiaby, Apiacá, Passapkareej, Mayrobi klingen in den meisten Ohren fremd und sind Zungenbrecher. Es sind einige Namen der vielen indigenen Stämme, die noch im Amazonasgebiet leben und einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Ökosysteme tragen. Laut der veröffentlichten Statistiken der Datenerhebung aus dem Jahre 2010 gibt es in ganz Brasilien 253 offiziell eingetragene indigene Völker mit knapp 900.000 Menschen, das heißt, 0,47% der brasilianischen Bevölkerung. Dazu kommen noch die indigenen Stämme, die ohne Kontakt zu „Nicht- Indianern“ in den Wälder leben.

Noch in den 70er Jahren gingen die Experten davon aus, dass die brasilianischen indigenen Völker zum Aussterben verurteilt wären. Doch weit gefehlt! Seit den 80 Jahren wächst die Zahl der Indios kontinuierlich und ihre Bedeutung wieder an. Die Ethnien haben sich im Laufe der Jahre gemeinschaftlich organisiert, um ihre Interessen zu vertreten, sei es für ihr Land, sei es für ihre wirtschaftliche Existenz.

Im Nordwesten Mato Grossos, wo die oben genannten Stämme herkommen, gibt es Vereine von Frauen und Männern, die aktiv den Alltag im Urwald gestalten – und das heißt- z.B. die tagtägliche Verhinderung von illegalem Holzeinschlag und anderen ökologischen Sünden! Unter diesem Moto ist der Verein Sentinelas da Floresta (Waldwächter) entstanden.

Das Projekt umfasst ca. 300 Familien der Zusammenschlüsse von indigenen Stämmen und Kleinbauern, die das Ziel haben, die angemessene Nutzung des Urwalds ökonomisch attraktiv zu machen, insbesondere durch den Anbau, Ernte und Verarbeitung der Paranüsse. Den intakten Urwald in Wert zu Setzen bringt mehr Geld für die Gemeinden; dadurch ist die Bewachung der Region effektiver und noch dazu rückt die Einschätzung der wirklichen nachhaltigen Nutzung des Urwalds näher an die Realität.

Diese sind einige Beispiele der Bedeutung der Indianer für den Schutz der Natur. Sie erhalten staatliche und private Unterstützung, um das zu tun, was sie seit Jahrtausenden schon immer getan
haben.