Text von Adriana Meola Riemke

Ein großes Werbeplakat in einer Straße fast am Ende der Zivilisation erklärt provokativ: „Dein Konsumverhalten ändert die Welt“. Das Plakat steht zwischen ein paar schnell errichteten einfachen Behausungen, im südlichen Amazonasgebiet in der kleinen Stadt Juruena, im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso.

In dieser unscheinbaren Realität ganz weit weg auf dem Erdball geschieht etwas Großartiges, was die Welt verändert: Kooperativen von Kleinbauern und Indianern versuchen biologisch nachhaltig und ökologisch zu produzieren, damit ihre Umwelt – Amazonien – weiter existieren kann. Mit ihrem Werbeplakat möchten sie ihre Produkte verkaufen und das Weitermachen ermöglichen.

„Früher dachten die Menschen hier, dass  das Produzieren gleich zerstört, Wald vernichtet oder Holzfäller bedeutet“, meinte der Indianer Marcelo Manhuari, Präsident des Instituts Munduruku. „Heute gibt es einen neuen Einsicht, eine neue Politik der Unterstützung für die Produzenten und einer Einkommensverteilung für die Gemeinden, durch ein neues nachhaltiges Landswirtschaftsmodell“.

Das neue Modell basiert auf dem System der kombinierten Land-und-Forst-Wirtschaft. Oder einfacher gesagt: Obstbäume und Gehölze werden mit anderen Gemüse- oder Getreidesorten, verbunden mit einer angepassten Nutztierhaltung, angebaut, so dass sie zusammen ökonomisch und ökologisch zusammenwirken. Dieses System ist eine bewährte Strategie für eine variantenreiche Produktion mit sicherer Rentabilität für die Familien. Diese Produktion lässt nicht nur den Wald bestehen, sondern baut zerstörte Waldfläche wieder auf.

„Unser Modell muss weiterhin unterstützt werden. Wir haben viel Erfahrung und können es für andere Regionen Brasiliens und der Welt zur Verfügung stellen“, sagt Ildamir Faria, einer der Koordinatoren der Projekte im Juruena-Tal.  Der Erfolg der Initiativen hat schon Anklang in anderen Teilen des Amazonasgebiets gefunden, wie im Bundestaat Rondônia und in benachbarten Gemeinden.

Es sind vielen Akteure beteiligt, die den Prozess unterstützen, wie Wissenschaftler, Forscher, Agrarökonomen, internationale Partner wie der WWF und die lokalen Behörden für Umwelt. Schlussendlich ist durch das Werbeplakat in Juruena jeder dazu aufgerufen, sein Konsumverhalten so anzupassen, damit die ganze Welt erblühen kann.