Die Legende sagt, dass es bei den Indios Tefés einmal eine junge Kriegerin namens Caboré gab, die von den Tefés für Ihre Schönheit und Tapferkeit verehrt wurde.

Einmal ging Caboré wie gewohnt zum Jagen in den Wald, doch als die Nacht einbrach, kam Caboré nicht zurück.
Die Tefés machten sich große Sorgen, und mit jeder weiteren Stunde wurden sie verzweifelter.

Der Krieger Aipá, der Caboré wie kein anderer liebte, machte sich schließlich auf die Suche nach ihr.  Stundenlang durchkämmte er vergeblich den Wald, und ließ sich endlich müde neben einem Wasserlauf nieder.
Verzweifelt rief Aipá den Gott Tupã an: „Tupã, hilf mir! Wo ist Caboré? Wie kann ich sie finden?“
Tupã antwortete: „Tapferer Krieger, ich kenne Deinen Schmerz. Sieh ins Wasser und Du wirst Deine geliebte Caboré finden.“

Als Aipá aber ins Wasser sah, das sah er auf der Wasseroberfläche das Spiegelbild des leblosen Körpers seiner Geliebten.
Caboré war von bösen Geistern heimgesucht und getötet worden, als sie in das Gebiet der Juruparis eingedrungen war.

Aipá versank in tiefe Verzweiflung.
Als Tupã den Schmerz von Aipá sah, hatte er Mitleid und verwandelte den Körper Caborés in einen großen und eleganten Baum, der den Tefés Trost, Leben und Kraft spenden sollte.

Und dieser Baum ist der Paranussbaum.

Prachtbiene (Euglossini)
Prachtbiene (Euglossini)
Paranussbaum (bertholletia-excelsa)
Paranussbaum (bertholletia-excelsa)

Tupã war darauf bedacht, den Paranussbaum alleine für die Bewohner dieser Wälder zu erschaffen. Denn bis heute kann der Paranussbaum nur in der natürlichen Vielfalt des Amazonas-Gebiets überleben. Zu seiner Bestäubung braucht er nämlich die nur hier heimische „Prachtbiene“, welche wiederum zu ihrem eigenen Überleben die intakte Biodiversität des Amazonaswald benötigt.

Außerdem braucht der Paranussbaums zu seiner Verbreitung den „Goldhasen“ (Agutis), einen kleinen Nager, dem es als einziges Tier auf der Welt gelingt, die harte Schale der Paranuss zu öffnen. Und weil der Agutis alles, was er an Ort und Stelle nicht fressen kann, in seinem Lebensbereich verteilt und vergräbt, können aus den vergessenen Sammelstellen neue Paranuss-Bäume sprießen.

Goldhase (Agutis)
Goldhase (Agutis)

Sollten also Prachtbiene und Goldhase je aus diesem Lebensraum verschwinden, dann sieht es auch schlecht aus für unseren Paranussbaum, denn nicht einmal patente Chinesen haben es geschafft, den Paranussbaum außerhalb des Amazons-Bioms zu kultivieren. Er lies sich zwar pflanzen, aber Nüsse gab er eben keine…

Ganz anders die Paranussbäume im Amazonas-Gebiet. Bis zu 20.000 Paranüsse pro Jahr wirft ein erwachsener Baum ab. Und einige dieser bis zu 60 m hohen Riesen werden bis zu 1.000 Jahre alt. Wenn man nun bedenkt, dass so ein Baum ab einem Alter von ca. 10 Jahren beginnt, jährlich Nüsse zu produzieren , dann könnte so ein besonders altes Exemplar rein rechnerisch seine Umwelt im Laufe seines Lebens mit rund 20.000.000 Paranüssen versorgen.

Ziehen wir nun die Tatsache heran, dass schon 6 Paranüsse einen mindestens gleichwertigen Nährwert wie 200 g Rindfleisch haben, dann würde die Gesamtmenge der Nüsse, die ein besonders alter Baum in seinem Leben produziert, etwa dem Nährwert von 666.666 kg Rindfleisch entsprechen.
Nach Berücksichtigung der sog. „Schlachtverluste“ bei Rindern (Haut, Knochen, Blut, Innerein, etc.), entspricht das in etwa dem „Fleischgehalt“ von 3.333 Rindern.

Tupã’s Mitleid muss wirklich grenzenlos gewesen sein. Mit den Tefés, wie auch mit Rindern!

Aber möglicherweise haben die CFOs der sich im Amazonas ausbreitenden konventionellen Landwirtschaftsbetriebe diese Rechnung noch nie gemacht, denn ökonomische Gründe für die verbotene aber dennoch praktizierte Abholzung (eben auch von Paranussbäumen) gibt es wohl eigentlich eher nicht.
Die Ureinwohner dieser Wälder waren da vielleicht einfach schlauer…

Paranuss (Kapsel, Blätter, Blüte, Frucht)
Paranuss (Kapsel, Blätter, Blüte, Frucht)

Aber Tupã wollte es, wie jeder ordentliche Gott, den Menschen natürlich auch nicht allzu leicht machen.
Und so müssen sich die Nachfahren der Tefés auch heute noch ausgerechnet in der schier unerträglich feucht-heißen Regenzeit von Dezember bis Februar in den Wald begeben, um die dann herabfallenden Nüsse aufzusammeln. Dabei müssen sie ziemlich aufpassen, denn je bis zu 25 Nüsse sind am Baum in einer großen Kapselfrucht eingeschlossen, die Größe und Gewicht einer großen Kokosnuss. Beim unkalkulierbaren Herabfallen aus enormer Höhe wird so eine Kapsel zum absolut tödlichen Geschoss für denjenigen, der zufällig gerade drunter steht.
Um zum essbaren Teil der Paranuss vorzudringen müssen übrigens noch weitere Abenteuer bestanden werden: die Kapseln müssen an Ort und Stelle per Machete geöffnet werden, damit sich dort keine Pilze und Bakterien einnisten können, die die Nüsse ungenießbar oder sogar giftig machen. In der Kapsel darin befinden sich die einzelnen Nüsse mit einer noch einmal extrem harten Schale (an denen sich unsere normalen Nussknacker die Zähne ausbeißen würden!)

Sind dann aber erst einmal alle Schwierigkeiten überwunden, kommen wir in den Genuss einer der vielleicht werthaltigsten Nüsse überhaupt:
Viiiel Eiweiß, und gaaanz viel ungesättigte Fettsäuren (also die guten, die das Herz-Kreislauf-System schützen), Selen, Phosphate, Kalium, Magnesium, Eisen, Natrium, Potassium, Zink, Mangan, Vitamin B1, B2, B6, B12, C und E.
All das steckt in der Paranuss.

Wir von TodaVida lieben die Paranuss und die tausend Geschichten, die sie umranken.

Aber viel wichtiger finden wir die Erkenntnis:

Paranüsse essen = Urwald retten

Deshalb haben wir uns entschieden, die Paranuss zu unserem ersten Produkt zu machen, dass wir Euch in Europa anbieten werden.

Und wir hoffen, dass wir auch Euch mit diesem kleinen Ausflug in die Geschichte und in die Welt der Paranuss für diese wunderbare Möglichkeit begeistern können, durch bewussten Konsum den Urwald zu schützen.

Und jetzt bist Du dran: Sag uns wer Du bist und was Du willst

Liebe Grüße

Ben

PS: Wenn Du mehr über die wunderbaren Eigenschaften von Paranüssen erfahren möchtest, empfehle ich Dir einen Besuch auf http://paranussbaum.info von dem Schweizer Paranuss-Spezialisten Manuel Feit.