Juruena ist ein breiter Fluss in Amazonien, der in Rio Tapajós mündet. An seinen Ufern ist die kleine Stadt Juruena 1988, in mitten des Urwalds, entstanden. Durch Anreize wollte die Regierung Brasiliens eine Bevölkerung dort ansiedeln, um das Land „urbar“ zu machen. So haben viele hoffnungsvolle Brasilianer ihren Weg in die Region gefunden, um sich eine bessere Zukunft zu sichern. Das Land war billig und das Versprechen groß. Diese ersten Siedler hatten die schnelle Geldquelle in der Viehhaltung, Rodung und Goldsuche gefunden.

Juruena mit seinen heutigen knapp 12.000 Einwohnern hat sich schnell urbanisiert, mit langen und breiten Straßen, wo Pick-ups, alle Arten von Jeeps und Range Rovers sich zur Schau stellen. Nicht verwunderlich, dass die lokale Wirtschaft größtenteils aus Unternehmen der Bereiche Vieh- und Holzwirtschaft besteht.

Brandrodung, Viehweiden, Holzvermarktung – diese tristen Bilder trügen! Juruena liegt inmitten eines Naturparks, wo zahlreiche indigene Stämme ihr Zuhause haben, Kleinbauern leben und die gesamte Region ein Naturschutzgebiet ist. Dort sind Initiativen mit dem Ziel gegründet worden, der Tendenz der Zerstörung eine Gegenfront zu setzen.

Einige Beispiele: Der Verband für die ländliche Entwicklung Juruenas hat seit mehr als zwei Jahrzehnten regional ein Netz für sozioökologische Projekte geschaffen. Das Projekt zum Erhalt und zur Nutzung der Artvielfalt (für die ganze Region Nordwest-Mato Grossos) wurde international finanziert und führte zur Entstehung unterschiedlicher Verbände, z.B. von indigenen Völkern, der Kautschukzapfer oder der Kooperative der Kleinbauern des Vale do Amanhecer u.a.

Diese Initiativen sind für die Zukunft wegweisend. Sie haben schon erreicht, dass sich das Bewusstsein der Nachhaltigkeit verbreitet hat. Als Beispiel dient die Paranusskultur, die den Menschen eine Lebensgrundlage gibt, in dem der Urwald erhalten bleibt und sogar aufgeforstet werden kann.

Diese heldenhaften Initiativen benötigen unser aller Unterstützung, um weiter wirken zu können.