Berlinale's Star: 'Der letzte Wald'

Photo Credits: Pedro J. Márquez

von Adriana Meola Riemke

29. Jun 2021

Herzlichen Glückwunsch an das Team des Dokumentarfilms “Der letzte Wald”, der gerade den Publikumspreis der Berlinale 2021 als bester Film gewonnen hat. Der brasilianische Dokumentarfilm des Filmemachers Luiz Bolognesi und des Schamanen Davi Kopenawa konzentriert sich auf das tägliche Leben dieses indigenen Volkes und seine aktuellen Schwierigkeiten in Zeiten der umweltfeindlichen Politik in Brasilien.

Yanomamis: das Leben wie vor 1.000 Jahren

Mitten im Amazonas-Regenwald, in einem sehr abgelegenen Gebiet im Norden Brasiliens, das noch nicht einmal per Boot erreichbar ist, leben die Yanomami nahezu wie vor 1.000 Jahren. Der Wald ist in seiner ganzen Fülle, tatsächlich eine Wildniss, die sich Stadtbewohner nicht im entferntesten vorstellen können. 

Dorthin sind die Kameras des Filmemachers und Anthropologen Luiz Bolognesi vorgedrungen, um diese sehr aktuelle und fesselnde Dokumentation zu drehen. Der Name des Films, “Der letzte Wald”, ist suggestiv: ist das Territorium der Yanomamis, das übrigens ebenfalls bedroht ist, obwohl es ein legales indigenes Reservat ist, der letzte Wald?

Photo Credits: Pedro J. Márquez

“Andere Wälder in Brasilien sind bereits zerstört, Milliarden von Bäumen wurden abgeholzt und verbrannt. Was bleibt, ist der erhaltene Yanomami-Wald. Unser letzter Wald ist sehr wichtig für alle, er ist die Lunge der Welt”, sagt der Schamane und offizielle Vertreter der Yanomamis Davi Kopenawa während einer Online-Diskussion. 

“Ich habe meinem Volk empfohlen, den Film zu machen, damit die Städter auf der ganzen Welt von uns erfahren”, erzählt der indigene Anführer. Der Film war der einzige brasilianische Spielfilm, der in diesem Jahr auf der Berlinale gezeigt wurde. “The Last Forest” hat auch die Unterstützung von Umweltorganisationen wie Greenpeace, Survival und Amazon Watch.

Ein Paradies unter Bedrohung

Eine der größten Herausforderungen für die Yanomami ist heute ihr Recht auf Land. Vor allem Goldgräber dringen in ihr Gebiet ein, verschmutzen ihre Flüsse mit Quecksilber und bedrohen ihr Überleben. “Man schätzt, dass es im gesamten Yanomami-Gebiet etwa 20.000 Bergleute gibt”, sagt Luiz Bolognesi.

Im Demini-Gebiet, wo Davi Kopenawas Stamm, die Watoric, lebt, ist jeder Mann immer mit Pfeil und Bogen bewaffnet, für den Fall, dass sogenannte Schürfer ihr Gebiet betreten. Das sind Gruppen von 3-4 Personen, die die Flüsse untersuchen, um herauszufinden, ob sich die Investition in ein Garimpo lohnt. Zwanzig oder dreißig Yanomami-Krieger kämpfen mit all ihren Mitteln und Kräften, um sie zu vertreiben. 

Amazonas-Regenwald

Doch unbeeindruckt davon kehren die Bergleute zurück. Wenn 300 bis 400 Garimpeiros auftauchen, mit Flugzeugen, Hubschraubern und schweren Waffen, kann man nichts machen. “Nur das Militär kann die Garimpeiros mit Technik, Logistik und dem Gesetz vertreiben. Aber das passiert in letzter Zeit nicht mehr, das Militär kommt nicht mehr”, sagt der Regisseur des Films.

"Wo es indigene Menschen gibt, gibt es intakte Wälder"

Luiz Bolognesi, Director

Luiz Bolognesi ist vor allem ein Anthropologe hinter der Kamera. Er hat unter den Ureinwohnern gelebt und gearbeitet und fühlt sich verpflichtet, der breiten Öffentlichkeit die Lebensweise dieser Völker und ihre Schwierigkeiten am Rande der Zivilisation zu dokumentieren. 

“Jeder Stamm hat andere Probleme. Eines haben jedoch alle indigenen Stämme gemeinsam: Sie sind Meister der Nachhaltigkeit, denn wo es indigene Menschen gibt, gibt es intakte Wälder”, sagt Bolognesi. “Ich erfinde nichts in meinen Filmen, aber ich möchte sie nutzen, um den indigenen Völkern eine Stimme zu geben.”

Der Anführer der Yanomami Davi Kopenawa gab dem Regisseur Luiz Bolognesi seine Gedanken mit folgendem Satz wieder: “Wir haben viele Probleme, aber wir sind nicht die armen Ureinwohner des Amazonas. Die armen Menschen sind die Zivilisierten, die nicht mehr auf die Geister des Waldes hören und in einer kranken Gesellschaft leben, die alles zerstört”.

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